Nicht angemeldet!  Home > Schrauber-Tipps > Letztes Update: 04.06.2003
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Bodenwellen, Schlaglöcher und andere Hindernisse stecken moderne Motorradfahrwerke fast klaglos weg: Sie sind nahezu Alleskönner und bieten ein hohes Mass an Sicherheit. Doch was sich im Solobetrieb als optimal erweist, verändert sich mit einem Sozius oder schwerem Gepäck schnell.

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Hier wird die Federbasis an der vorderen Gabel fixiert.

Ein Motorradfahrwerk ist eine diffizile Angelegenheit: Die allgemeingültige Einstellung gibt es nicht. Wer in jeder Fahrsituation sicher und komfortabel unterwegs sein möchte, sollte nicht nur nach dem Reifendruck sehen, sondern auch ans Fahrwerk denken.

Sozius und Gepäck lassen zum Beispiel das Motorrad hinten tiefer einfedern - die Fahrwerksgeometrie ändert sich durch die Last. Fur annähernd gleich gute Handling- und Federungseigenschaften wie im Solobetrieb muss die Federung angepasst werden. Die Kunst des Ganzen besteht dann darin, die goldene Mitte zu treffen: Nicht zu hart, aber auch nicht zu weich sollten die Federbeine die Unebenheiten der Strasse aufnehmen. Doch diese Mitte ist ein Spiel mit Variablen, denn für jeden Beladungs- und Strassenzustand sieht sie natürlich anders aus.

Um das Bike optimal einzustellen, gibt es drei Möglichkeiten: An den meisten Allroudmotorrädern findes sich hierzu eine Vorrichtung, die von Hand oder mit einem Nutmutternschlüssel in mehreren Positionen veränderbar ist. Eine Druck- und Zugstufendämpfung besitzen dagegen meist nur hochwertige Federbeine. Die Druckstufe dämpft dabei den Einfeder-, die Zugstufe den Ausfedervorgang. Die Folgen falsch eingestellter Druck- und Zugstufen spürt man häufig erst richtig, wenn das Bike satt beladen ist: Pumpen mit dem Fahrzeugheck oder Pendeln auf Bodenwellen haben oft eine zu schwach eingestellte Zugstufe als Ursache. Neigt das Bike zum Stempeln mit dem Hinterrad oder zu unkomfortablem Fahrverhalten, kann die Zustufe am Ende des Federbeins, dort, wo die Kolbenstange des Stossdämpfers sichtbar ist, zu hart eingestellt ist.

Den gleichen unschönen Effekt erreicht aber auch eine zu hart eingestellt Druckstufe: Das Hinterrad springt dann förmlich über Querrillen und Bodenwellen. Ist sie dagegen zu weich, schlagen die Stossdämpfer beim Einfedern durch. Auch beim Herausbeschleunigen aus Kurven ändert sich das Fahrverhalten der Maschine: Sie kann sich dabei aufschaukeln. Um die Druckstufe regulieren zu können, gibt es einen Ausgleichsbehälter am Federbein. Dieser ist entweder direkt am Dämpferkorpus angegossen oder seperat am Motorrad fixiert. Auch mit den Federmöglichkeiten der vorderen Gabel kann man die Fahreigenschaften des Bikes verbessern.


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An der Gabelunterseite kann die Druckstufe reguliert werden.

Moderne Tele- oder Upsidedown-Gabeln verfügen über verschiedene Einstellmöglichkeiten. Vor allem beim Bremsen und Beschleunigen merkt man, ob man mit seiner Einstellung die richtige Wahl getroffen hat. Spricht die Gabel auf welliger Strecke oder bei Schlaglöchern schlecht an, ist entweder die Federbasis oder die Druckstufe zu hart eingestellt. Im umgekehrten Fall neigt die Gabel bei heftigen Stopps oder derben Bodenwellen zum Durchschlagen.

Eine zu straffe Einstellung in der Zugstufe führt zu einem nicht mehr exakten Lenkverhalten, da das Vorderrad dann nicht mehr richtig ausfedern kann. Weil andererseits die Gabel zu schnell ausfedert, lässt eine zu weiche Stufe diese unter Umständen nachschwingen und das Bike bei Bodenwellen aufschaukeln. Alle drei Möglichkeiten zur Veränderung der Einstellung findet man an der Vordergabel: Die Federbasis stellt man grundsätzlich oben an der Gabel am äusseren Mutternrand ein. An der kleinen, mittig sitzenden Schraube wird die Zugstufe variiert. Unten an der Gabel sitzt schliesslich die Schraube zur Druckstufeneinstellung.


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Trial and error heisst das Prinzip beim Ändern der Fahrwerksabstimmung.

Trial and error ist allerdings die Regel beim Ändern der Fahrwerkseinstellung: Vor der Tour mit dem Sozius sollte man deshalb schrittweise jede Änderung bei einer kurzen Fahrt ausprobieren. Wichtig: Wer es noch nie gemacht hat, sollte es sich von einem Fachmann oder in der Werkstatt zeigen lassen!

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